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Die Bremer Eiswette und die Frauen

December 10, 2015

 

Am 7. Januar um 20:00 h gibt es in KONTRAST · Männermode eine Soirée zum Thema Die Bremer Eiswette und die Frauen mit einem Vortrag von Arndt Frommann: Denn hätten Sie gedacht, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder, der sich eher als macho profiliert hat als der Bundesbeauftragte zur Gleichstellung der Frau, der einzige Gastredner in der Geschichte der Eiswette ist, der es gewagt hat, die Abwesenheit von Frauen zum Thema zu machen? 

 

Wir werden an dem Abend kurz in diese Rede hineinhören, für die ihm die Eiswettgenossen noch heute gram sind. Seitdem (2001) ist in punkto Männerdomänen einiges geschehen.  Die überregionale, bzw. außerbremische Presse hat sich des Themas in den letzten Jahren in kritischer Weise angenommen.

 

Schließlich hat die Bremische Bürgerschaft eine Entschließung verabschiedet, in der sie die großen Bremer "Traditionsveranstaltungen" auffordert, Frauen aufzunehmen. Der Stiftung Haus Seefahrt und ihrem Schaffermahl gelang das - nach 468 Jahren. Es sieht so aus, als ob die Eiswette die letzte Männerdomäne bleiben will. Die Frage ist, ob das zeitgemäß ist, oder ob sie sich damit selber ein Etikett aufklebt, auf dem das Wort "skurril" steht, wie es Altbürgermeister Böhrnsen befürchtet.

 

Wir machen eine kleine Zeitreise von den früher traditionellen"Damenreden" zu den Zoten von heute; von der streng frisierten Sekretärin im reifen Alter bis zur langhaarigen Jungblondine, die traditionell den neu auzunehmenden Eiswettgenossen den Eid auf das Bügeleisen abnehmen; vom parallelen "Damenprogramm" für zwei Dutzend Gastfrauen bis zum großen Ball im Anschluss von heute, wenn die Eiswettgäste mit ihren Frauen alle Zimmer im Parkhotel belegen.

 

Nach dem Vortrag wird Zeit bleiben für ein ausgedehntes lebhaftes Gespräch über das Phänomen Frauen auf der Eiswette, mitten zwischen den Auslagen eines Fachgeschäftes für Herrenmoden.

 

Und zum Abschluss gibt's einen Schluck Eiswette-Korn, heute hergestellt von Grashoff, früher bestens gebrannt im Hause Güldenhaus

 

Arndt Frommann wurde 1941 in Berlin geboren, seit 1970 lebt er in Bremen. Alt-Studienrat (Politik, Französisch) und Diplom-Politologe. Seit 2011 ist er leidenschaftlicher Nutzer des Bremer Staatsarchivs in Sachen jüngster Bremer Geschichte, einer seiner Schwerpunkte ist Die Eiswette von 1829.

 

Veröffentlichungen:

 

1. Die Eiswette von 1829 in Bremen zwischen den Weltkriegen. In: Arbeiterbewegung und Sozialgeschichte. Zeitschrift für die Regionalgeschichte Bremens im 19. und 20. Jahrhundert, Heft 26, September 2012, S.79 -114.

 

2. Robert Stuck - Die Entnazifizierung des Direktors der Bremer Bank, Filiale der Dresdener Bank 1945 - 1948. Veröffentlichung in Vorbereitung in: Arbeiterbewegung Sozialgeschichte. (s.o.).

 

3. Wo Männer noch Männer sind. Die Eiswette in Bremen. Eine turbulente Geschichte. Veröffentlichung in Vorbereitung.

 

 

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